Pso­ria­sis
Nicht so harmlos wie es auf den ers­ten Blick erscheint.

Nicht so harmlos wie es auf den ers­ten Blick erscheint.
Die Pso­ria­sis (Schup­pen­flechte) wurde viele Jahre fälsch­li­cher­weise als unan­ge­nehme, aber im Grunde simple und harm­lose, chro­ni­sche Haut­krank­heit betrach­tet. Wobei man schon wusste, dass in 20–30% der Fälle eine Gelenks­be­tei­li­gung vor­liegt!

Viele wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen der letz­ten Jahre haben gezeigt, dass die Pso­ria­sis durch­aus eine schwere Mul­ti­organ­k­rank­heit dar­stellt mit defi­nier­ten Aus­wir­kun­gen auf das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem und auch dem Fett- und Zucker­stoff­wech­sel. Folge ist, dass Pati­en­ten bei nicht adäqua­ter Behand­lung bei mit­tel­schwe­ren- schwe­ren For­men der Pso­ria­sis sogar eine redu­zierte Lebens­er­war­tung auf­wei­sen. Neben die­sen klar mess­ba­ren Beein­träch­ti­gun­gen führt die enorme psy­chi­sche Belas­tung die­ser Pati­en­tIn­nen zu einer beträcht­li­chen Ver­min­de­rung der Lebens­qua­li­tät.

Wir wis­sen mitt­ler­weile, dass die Behand­lung einer mit­tel­schwe­ren- schwe­ren Pso­ria­sis nicht nur mit Lokalthe­ra­pien bewerk­stel­ligt wer­den kann. Man muss sys­te­misch (Tablet­ten oder Injek­tio­nen) the­ra­pie­ren.

Bis vor eini­gen Jah­ren wur­den schwere Erkran­kun­gen sys­te­misch mit Metho­trexat, Cyclo­s­po­rin A, Reti­no­iden und sel­ten mit Fum­ar­säure-Estern oder mit ver­schie­de­nen pho­to­bio­lo­gi­schen Metho­den behan­delt. Mit die­sen The­ra­pie­for­men konn­ten immer wie­der gute Ergeb­nisse erzie­len wer­den.

Mit der Ein­füh­rung von soge­nann­ten „Bio­lo­gika“ hat die Behand­lung der Pso­ria­sis (Haut und Gelenke) eine völ­lig neue Dimen­sion erreicht, ja, die The­ra­pie wurde revo­lu­tio­niert. Elf ver­schie­dene Sub­stan­zen ste­hen mitt­ler­weile zur Ver­fü­gung. Selbst schwerste, jahr­zehn­te­lange Krank­hei­ten wer­den bei adäqua­ter Bio­lo­gika-Behand­lung inner­halb weni­ger Wochen fast oder voll­stän­dig erschei­nungs­frei.

So hat sich auch unser The­ra­pie­ziel geän­dert. Frü­her war das erklärte Ziel 50–75% Bes­se­rung der Pso­ria­sis. Mitt­ler­weile sollte man sich nicht mit weni­ger als 90% Ver­bes­se­rung zufrie­den­ge­ben. Im Mit­tel­punkt muss immer die Lebens­qua­li­tät der Pati­en­tIn­nen ste­hen!

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